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Die Abteilung Sledgehockey

Die Abteilung Sledgehockey wurde 1998 gegründet. In der seit 1994 paralympischen Disziplin gibt es deutschlandweit nur sechs Mannschaften, welche sich zur Deutschen Sledgehockeyliga zusammengeschlossen haben und regelmäßig einen Spielbetrieb durchführen. Auf nationaler Ebene können sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Akteure teilnehmen. Besonders stolz ist die Abteilung darauf, dass einige Spieler den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft haben.

Geschichte

Schlittenhockey entstand vor etwa 40 Jahren in Schweden und ist seit 1994 paralympische Disziplin. Sledge-Hockey wird inzwischen in den USA, Kanada, Schweden, Norwegen, aber auch in England, Japan, Holland, Estland, Tschechien und Deutschland gespielt. Erst im Jahre 1996 entstand um Detlef Zinke von der RSG Hannover die erste deutsche Mannschaft in Hannover. 1998 wurde in Dresden eine Mannschaft gegründet, weitere in Bremen (1999), Wiehl (2001), Heidelberg (2003), Kamen (2004) und Berlin (2013).

Was ist Sledgehockey?

Spielfeld, Ausrüstung und Spielregeln entsprechen dem Eishockey. Der Spieler sitzt aber niedrig zur Oberfläche des
Eises in einem individuell angepaβten Schlitten. Zur Fortbewegung und zum Spiel dienen zwei kurze Schläger, an
deren Griffenden Spikes angebracht sind. Die Spielzeit beträgt 3 x 15 Minuten. Wie beim Eishockey geht es auch
beim Schlittenhockey ziemlich zur Sache und das Verletzungsrisiko ist recht hoch, weil die Hände mit den Schlitten-
kufen oder der Körper mit den Spikes in Berührung kommen können.

Material

Leider ist Sledge-Hockey ein relativ teurer Sport. Ein Aluminiumschlitten kostet etwa 500€, ein Titanschlitten kostet ca. 800 EUR. Dazu kommen hochwertige Kufenblöcke mit Spezialkufen aus Kanada. Spezielle Sitzschalen, in denen die Athleten gut geschützt und optimal positioniert werden, sind ebenfalls sinnvoll. Die Schläger sind spezielle Carbon- oder Holzschläger mit dem für Sledgehockey typisch flachen Winkel aus der tschechischen Republik oder Kanada. Die daran befestigten Spikes werden aus einer Stahlplatte (Werkzeugstahl) gelasert und anschließend gehärtet. Das soll aber Interessenten nicht abschrecken. Andere Sportarten für Menschen mit Behinderung sind meist noch teuerer. Sponsoren sind immer herzlich willkommen.

National

In Deutschland gibt es mit den Ice Lions Langenhagen, den Dresden Cardinals, den Wiehl Penguins, den Weserstars Bremen, den Heidelberg Ice Knights, dem ECC Preussen Sledge, den Kamen Barbarians sieben Mannschaften. Diese haben sich zur Deutschen Sledge-Eishockey Liga (DSL) zusammengeschlossen und führen einen regelmäβigen Spielbetrieb durch. Auf nationaler Ebene können auch nichtbehinderte Athleten integriert werden. Ein Mindestalter von 16 Jahren ist Voraussetzung. Aber auch jüngere Sportler sind beim Training gern gesehen. Denn immerhin, früh übt sich...
Die Heimspielstätte der Cardinals ist ab der Saison 2007/08 die neuerbaute Eisarena an der Magdeburger Straβe, nur unweit der alten Eissporthalle entfernt. Das Training auf dem Eis findet in der Saison regelmäβig in der Trainingshalle der Eisarena Dresden, Magdeburger Straβe 10 statt: Montag 20:30-21:30, Donnerstag 20.45 - 21:45 (Treffen ca. 45 min vor Beginn). Interesse? Termine? Einfach vorbei kommen oder Email an sledge@eissportclub-dresden.de

International

Die deutsche Nationalmannschaft nimmt an internationalen Wettbewerben teil. Internationale Vergleiche gab es so in den letzten Jahren bei Turnieren und Freundschaftspielen auf der ganzen Welt. Seit der Saison 2014/15 gibt es den offiziellen IPC 4-Nationscup, eine Turnierserie auf der ganzen Welt. Deutschland hat bisher bei 2 solcher Cups teilgenommen und erfolgreich den 4-Nations-Cup in Langenhagen ausgerichtet. Einen Überblick über vergangene Vergleiche mit anderen Mannschaften gibt es hier.
Bei den Weltmeisterschaft 2004 in Schweden belegte Deutschland bei seiner ersten WM-Teilnahme den siebten Rang. Bei den erstmals ausgetragenen Europameisterschaften 2005 in Tschechien wurde Deutschland nicht nur der erste Europameister, sondern schaffte damit die Qualifikation für die Paralympics 2006 in Turin. Hinter Kanada, Norwegen und den USA schaffte Deutschland bei der ersten Teilnahme an Paralympischen Spielen dann einen beachtlichen vierten Platz. Die Titelverteidignung des Europameistertitels misslang 2007. Deutschland wurde Dritter. Zur letzten WM 2009 in Ostrawa/Tch wurde das deutsche Team leider nur 8. Und da man das Quali-Turnier verlor, war man für die Paralympics 2010 in Vancouver leider nicht qualifiziert. Durch den 8. Platz stieg man in den B-Pool ab. Bei der ersten B-Pool WM für Deutschland im serbischen Novi Sad 2012 belegte Deutschland den 3. Platz hinter Russland und Schweden - Der Wiederaufstieg misslang. Allerdings konnte man die Wunden lecken und 2013 im japanischen Nagano bei der B-WM die Goldmedaille holen. Damit konnte man sich so für die A-Weltmeisterschaft 2015 in Buffalo/USA qualifizieren. Dort waren 3 Spieler von uns dabei. Mit einem 6. Platz konnte man die A-Division halten.

Für April 2017 ist die nächste A-Weltmeisterschaft in Südkorea geplant - wieder haben wir 3 Spieler in unserer Abteilung, die für dieses Event trainieren.

 

Auf Clubebene etablierten sich in Europa 4 unabhängige Ligen: Die DSL in Deutschland, die CSHL in der tschechischen Republik, die italienische Liga und die Planet Ice Sledge Hockey League in Großbritannien.

Mit der tschechischen Liga sind die Dresdner in regen Austausch - Robert Pabst wurde als Gastspieler mit Draci Kolín zweimal tschechischer Meister. Mittlerweile spielt er zusammen mit Bernhard Hering beim HC Olomouc, mit denen sie in der Saison 2013/2014 Vizemeister wurden. Auch sorgte die geographische Nähe zu der CSHL schon zu dem ein oder anderen Freundschaftsspiel mit tschechischen Vereinen. Zuletzt am 16. November 2014 gegen die Sharks aus Karlsbad, welches wir mit 7:5 gewinnen konnten.

Auβerdem finden alljährlich Turniere statt, damit sich die Clubs in Ländern ohne Liga (Skandinavien z.b.) auch mit anderen Clubs messen können. Zu den wichtigstens Vereinsturnieren in Europa zählen der LAPP-Cup in Zlin (CZ), die  Malmö-Open (SWE) oder das Internationale Sledgehockeyturnier in Elblag (PL).